Aufbau- und Abbaustoffwechsel

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Nachdem wir wissen, welche Nährstoffe in einem Müsliriegel stecken, was passiert, wenn wir den Riegel essen und verdauen, beschäftigen wir uns nun damit, was der Körper mit den gewonnenen Substanzen macht: die Auf- und Abbauphase des Stoffwechsels.

Bild zur Artikelserie Sporternährung

Grundlagen

Zuerst müssen Sie wissen, dass unser Körper zwei Zustände kennt: den Aufbau- und den Abbaustoffwechsel. Im Abbaustoffwechsel verlieren wir Substanz aus unseren Speichern, beispielsweise bei einer längeren Hungerphase oder einer anstrengenden Trainingsbelastung. Im Aufbaustoffwechsel, beispielsweise nach einer Mahlzeit, füllen wir diese Speicher. Die Schaltzentrale ist hier die Leber.

Speicherorte 

Als Speicher haben wir einmal die Leber selbst, unsere Muskeln und unser Körperfett. Wir haben drei Speicherformen im Körper, einmal das Glykogen, das Körperfett und das Muskeleiweiß.
Glykogen hat eine ähnliche Struktur wie die Nahrungskohlenhydrate, wir bezeichnen sie mal als Körperkohlenhydrate.  Diese Körperkohlenhydrate finden wir in der Leber und auch im Muskel, im Muskel findet sich auch das Eiweiß. Körperfett speichern wir in unseren Organen und eben überall wo Platz ist. Wenn der Platz nicht reicht, wird welcher geschaffen, und so schließen Sie die Gürtelschnalle irgendwann ein Loch weiter.

Klar, jetzt meinen Viele: Eiweiß aus der Nahrung landet im Muskel, Fett aus der Nahrung im Körperfett und die Kohlenhydrate in den Glykogenspeichern – Achtung, dieser Schluss ist falsch und führt zu allerlei Missverständnissen! Gehen wir der Sache auf den Grund!

Baubehörde Leber 

Die Nährstoffe werden erst gegessen, dann aufgespalten und so landen die Nahrungsbestandteile im Blut und werden zur Leber geschafft. Die Leber verarbeitet diese Nahrungsnährstoffe und macht daraus Körperstoffe. Die Leber kann allerdings fast aus jedem Nahrungsnährstoff jeden Köperstoff machen – wann aber macht die Leber Körperkohlenhydrate, Körperfett oder Muskeleiweiß?

Entweder befindet sich die Leber im Abbaustoffwechsel und organisiert Energie aus den Körperspeichern, oder sie befindet sich im Aufbaustoffwechsel und füllt die angeschlagenen Speicher.

Aufbaustoffwechsel

Die genau Art und Weise, wie der Umbau der Nährstoffe abläuft, ist hier nicht wichtig und füllt viele Fachbuchseiten. Wichtig ist mir, dass Sie die Folgen ihrer Ernährung einschätzen können und ich hoffe die Experten drücken bei der ein oder anderen Formulierung ein Auge zu.
Im Blut schwimmen also ausreichend Nährstoffe und werden zur Leber geschafft. Die Leber fragt die Muskeln, ob sie Eiweiß brauchen und schickt das benötigte Eiweiß in den Muskel. Besonders nach einer gewissen Trainingsbelastung fordern die Muskeln neues Eiweiß um bauen dies ein. Fordern die Muskeln ebenfalls gleich noch etwas Körperkohlenhydrate, schickt die Leber diese gleich mit. Die Muskulatur ist somit zufrieden und widmet sich nun hoffentlich der Erholung und Anpassung (siehe “Superkompensation“). Dann füllt die Leber ihre eigenen Glykogenspeicher. Dann sind wir auch schon fertig. Alles was jetzt noch über ist, wird in Fett umgebaut und landet in den Körperfettspeichern.

Abbaustoffwechsel

Im Abbaumodus braucht der Körper Energie, vielleicht läuft gerade ein Training, eine anstrengende Arbeit oder man hat lange nichts gegessen. Die Leber leert zuerst ihre eigenen Speicher und die Glykogenspeicher der aktiven Muskelgruppen. Irgendwann werden die Glykogenspeicher etwas geschont und die Leber klingelt beim Körperfett an. Geht die Belastung immer weiter, wird vermehrt das Körperfett mobilisiert. Bei einer normalen Ernährung und einem normalen Training greift der Körper gar nicht oder nur wenig auf das Muskeleiweiß zur Energiegewinnung zurück, lediglich bei Nulldiäten oder Ähnlichem wird das Muskeleiweiß vermehrt verstoffwechselt.

Es gibt schon einige Richtlinien, wann der Körper auf welche Speicherform zugreift, bei welcher Diät mit welchem Muskelverlust zu rechnen ist, aber das ist von sehr vielen Faktoren abhängig und so entschied ich mich, hier keine Zahlen anzugeben.

2 Kommentare »»

  1. Nährstoffe | fitfuttern#

    Pingback – 31. Oktober 2007 – 00:16

    [...] Aufbau- und Abbaustoffwechsel [...]

  2. Sportartenübergreifende Ernährungstipps | fitfuttern#

    Pingback – 25. November 2007 – 21:07

    [...] Körperkohlenhydrate umgebaut werden, welche wir dann verbrennen oder speichern (siehe “Auf- und Abbaustoffwechsel“). Nach dem Sport sind unserer Körperkohlenhydratspeicher leer und gieren nach Nachschub [...]

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