Archiv von 'October, 2007'

Superkompensation – Training und Pause im Sport

Raus aus dem Sessel, rauf aufs Rad – der Entschluss ist gefasst und die Sportschuhe angezogen. Sowohl der Wettkampf- als auch der Breitensportler muss nur noch einige Details der Trainingsgestaltung beachten, und dann bringt das Training auch was: das Prinzip der Superkompensation ist ein solches Detail.

Der Körper ist teils einfach gestrickt. Belastet man ihn durch Training, merkt er sich das, erholt sich und passt sich an eine kommende ähnliche Belastung an. Dieses “Prinzip der Superkompensation”, also das günstige Zusammenspiel von Belastung, Erholung und Anpassung führt zu einer besseren Leistungsfähigkeit. Für das eigene Training ist dieses Wissen wichtig: Fehler führen zu wirkungslosem Training oder ins Übertraining und damit zum Leistungsabbau. Das mag für den Gesundheitssportler hinnehmbar sein, für den Wettkampfsportler ist es eine Katastrophe.

Phase der Abnahme

Wir trainieren einen bestimmten Bereich, zum Beispiel unsere Ausdauer. So setzen wir hier einen Reiz. Nach dem Training sind wir schlapp und nicht mehr leistungsfähig, unsere Ausdauer ist im Keller, unsere Speicher sind leer. Mit Speicher meine ich die Glykogenspeicher. Benötigt der Körper also Energie, entspricht das Glykogen dem Superbenzin und das Körperfett dem Normalbenzin.

Phase der Erholung

Nach kurzer Zeit widmet sich der Körper dem Wiederaufbau und füllt seine Speicher erneut auf. Wie lange der Körper dafür braucht und wie schnell er mit dieser Phase startet, liegt an der Ernährung, an der Art des Trainings und am individuellen Fitnesszustand.

Phase der Superkompensation

Der Körper füllt seine Speicher nicht nur auf, sondern er vergrößert diese sogar noch, damit er einer kommenden Ausdauereinheit besser gewappnet ist. Belasten wir also im Moment der übervollen Speicher unseren Körper erneut, geht das Spiel von vorne los. So erhöhen wir Stück für Stück unsere Leistungsfähigkeit.

Superkompensation
Superkompensationseffekt
(Grafik nach R. Bornemann et al. : “Tennis-Lehrplan, Band 2”, München 1996, 7. Auflage, S.113)

Fallstricke

Halten Sie die Pausen nicht ein, trainieren Sie fortlaufend ihre Leistung nach unten. Die Pause ist für die Leistungssteigerung also genau so wichtig wie die Belastung. Werden die Speicher nicht ganz geleert, passt sich der Körper auch nicht an. Das Training muss also den gewünschten Bereich treffen, die Akkus leeren und dem Körper genügend Zeit zur Erholung und Superkompensation geben. So trainieren Sie den gewünschten Bereich nach oben.
Als Hackordnung für die Länge der Pausen gilt: je anstrengender das Training war, desto länger braucht der Körper Pause. Beim Ausdauertraining, wie etwa 30 min Joggen am Montag, sollten Sie am Dienstag pausieren und am Mittwoch 35min laufen. Ich werde in einem folgenden Beitrag noch auf verschiedene Trainingsbereiche eingehen und einige weitere Richtwerte angeben.

Sie sehen hier lediglich ein Modell und zwangsläufig arbeiten Sie immer an allen Kurven ihres Körpers. Während Sie die einen trainieren, fallen die anderen wieder langsam auf deren Ausgangsniveau zurück. Sehen Sie also ihr Training ganzheitlich, wie Sie beispielsweise Taktik-, Technik- und Konditionstraining sinnvoll in Einklang bringen oder wann Sie ihren Unter- und wann ihren Oberkörper stählen.

Diätplan oder einfach weniger essen

Wollen Sie abspecken, müssen mehr Kalorien verbraucht werden, als Sie zu sich nehmen. Man kann am Schräubchen Sport oder am Schräubchen Ernährung drehen. Am besten Sie setzen an beiden an! Werfen wir in diesem Beitrag einen Blick auf die Ernährung.

kaesesemmel01

Weniger essen, kleinere Portionen oder eine Mahlzeit ausfallen lassen – all das führt zu gezügeltem Essen. Gezügeltes Essen können Sie flexibel oder rigide kontrollieren. Rigide Kontrolle bedeutet, klar, eng abgesteckte Verhaltensregeln, wie sie beispielsweise bei einer Gurken- oder Ananasdiät vorkommen. Bei einer flexibel kontrollierten Diät können Sie alle Lebensmittel essen und achten trotzdem auf ein Kaloriendefizit. Beide Arten haben Vor- und Nachteile.

Rigide kontrollierte Diäten

Rigide kontrollierte Diäten führen öfter zu Essstörungen. Der Diätplan ist nicht individuell, und Sie erstellen diesen auch nicht selbst. Selbst gesteckten Zielen und Plänen laufen Sie vermutlich aber lieber hinterher. Des Weiteren bringt die eingeschränkte Lebensmittelauswahl Alltagsprobleme mit sich, wenn diese Lebensmittel gerade nicht da sind. Auf Grund solcher “Verzichtsphasen” erwarten Sie auch dementsprechende Ergebnisse: in kurzer Zeit sollen sehr viele Pfunde purzeln.

Hierzu ein Rechenbeispiel: 1 kg Körperfett liefert rund 7000 kcal Energie. Gehen wir von einem Tagesbedarf von 2000 kcal aus, wobei Sie ein Kaloriendefizit von 500 kcal am Tag erreichen – dann brauchen Sie genau 14 Tage für ein Kilo Körperfett. Sie sehen also, dass ein Projekt “Fit und Schlank” Zeit braucht.

Flexibel kontrollierte Diäten

Flexibel kontrollierte Diäten sind meist langfristiger ausgelegt. Wird mal bei einer Mahlzeit gesündigt, beispielsweise der Umtrunk mit Freunden, der Nachmittagstratsch mit Kuchen, oder die Hochzeit des Bruders, dann wird dies bei den kommenden zwei, drei oder fünf Mahlzeiten wieder begradigt.

Der Schlüssel zum Erfolg ist hier ein bewusster Umgang mit dem Essen. Sie erarbeiten sich ihren Essensplan also selbst, merken welche Belohnungen für Sie weiterhin drin sind und marschieren so mit einer verbesserten Ernährung auf ihr Ziel zu. Erst wenn diese Strategie scheitert, sollten Sie vielleicht nach einem strikten Diätplän Ausschau halten.

Anmerkung zum Bild: © Tayfun / PIXELIO

Willkommen bei Fitfuttern!

Autor: Thomas Bohlmann, Betreiber FDDB.info 

Vor einigen Jahren hatte ich mit Übergewicht zu kämpfen. Nach vielen
halbherzigen Bemühungen nahm ich mir vor, mein Gewichtsproblem endlich
in den Griff zu bekommen. Aber wie sollte das funktionieren? Ich hatte
mich nie zuvor richtig mit Ernährung beschäftigt.

In den nächsten Wochen arbeitete ich mich durch viele Bücher und
Webseiten. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema konnte ich
mein Problem lösen. Im nächsten halben Jahr nahm ich 30 Kilo ab.

Wenig später stellte ich die Lebensmittel Datenbank Fddb.info online, um
auch anderen Menschen bei Ihren Ernährungsproblemen zu helfen. Ich
wollte anderen ersparen sich durch Berge von Informationen kämpfen zu
müssen, um die wichtigen Informationen zu erhalten.

Fddb.info hat sich in den letzten 3 Jahren fantastisch entwickelt.
Im letzten Jahr haben mehr als 12.000 Menschen das Fddb.info
Ernährungstagebuch benutzt. Fast täglich bedanken sich zufriedene Nutzer
für das kostenlose Angebot und berichten von Ihren erreichten Zielen.

Mit Fitfuttern startet jetzt das Partnerblog von Fddb.info. Aktuelle
Beiträge rund um Ernährung und Gesundheit bieten einen noch einfacheren
Einstieg in das Themengebiet. Fitfuttern ergänzt Fddb.info um
hochwertige redaktionellen Inhalte.

Fitfuttern wird zudem das offizielle Blog von Fddb.info. Neue Funktionen
und Nachrichten werden ab sofort hier bekannt gegeben.

Viel Spass mit Fitfuttern!

Ernährungsberatung – was erwartet mich?

Irgendwas bringt Sie zum Schluss: “So, ich geh jetzt zum Ernährungsberater”. Vielleicht ein erkannter und nicht verleugneter Speckring, das konditionelle Einbrechen beim letzten Satz, oder eine Bemerkung der Freundin über die enger gewordene Hose. Die Beweggründe sind vielfältig. Was erwartet Sie nun?

Vorab, ich kann natürlich nur für mich sprechen und vermute ein Großteil der anderen Ernährungsberater lasen und erlebten Ähnliches wie ich.

Die Ernährungsberatung hat in den letzten Jahren einen Wandel hinter sich: vor 15 Jahren ging es vor allem um Wissensvermittlung. Leider reicht das neu gewonnene Wissen oft nicht aus, um sein Verhalten dementsprechend zu ändern. Dies hat man erkannt und so wird der Berater also versuchen ihnen zuzuhören, Wissen zu vermitteln und individuelle Anwendertipps zu geben. Des Weiteren müssen Sie dann noch ausreichend motiviert sein. Dies führt zu einem günstigeren Verhalten und ein Stück näher ans ersehnte Ziel.

Auf diesem Weg gibt es enorm viele Stolpersteine – auch Rückschläge beim Prozess der Verhaltensänderung sind wahrscheinlich. Diese können einem immer wieder die Motivation rauben und gerade hier ist die Betreuung durch den Berater sinnvoll.

Sie sehen also, erwarten Sie nicht, dass Sie die Praxis des Ernährungsberaters mit einer Liste voller erlaubter Lebensmittel verlassen, und Sie so glücklich und zufrieden 10 Kilo abnehmen, ihre Regenerationszeit verkürzen, oder perfekt im neuen Kleid aussehen.

Vielmehr versucht der Berater ihre Ziele zu beurteilen, mit Ihnen einen passenden Weg zu finden und dann müssen Sie entscheiden, ob Sie diesen Weg gehen wollen.

Hin und wieder merkt man, dass der Kalorienüberschuss nur das Signal, die Ursache aber eine ganz andere ist – hier erkennt dies der unabhängige Berater vielleicht, kann dann darauf aufmerksam machen und an einen Spezialisten verweisen. Erreicht man keines seiner gesteckten Ziele, empfiehlt sich vielleicht ein Selbstmanagement-Seminar; oder kann die Gewichtszunahme mit einem Verlustereignis in Verbindung gebracht werden, ein Trauerseminar.

Das Ziel der Beratung ist, dass Sie danach besser klar kommen – bedienen Sie sich also am Methoden- und Tippbuffet des Beraters und haken Sie nach, wenn es Ihnen nicht hilft. Sie sind der Kapitän der in eine bessere Zeit steuern will, auch wenn die See hin und wieder recht stürmisch werden kann.

  • Hallo

    der fitfuttern-Blog ruht derzeit, dafür gibt es immer montags von 19 - 20.00 Uhr eine kostenlose Sprechstunde (Chat, Telefon) zu Sport und Ernährung. Ich berate Sie gern - mehr Infos?

  • Partnerprojekt