Peking 2008 – wie sauber sind Chinas Sportler?

Peking 2008 kommt und damit die Hoffnung Chinas auf viele Medaillen. Aber wie sauber sind Chinas Athleten? Eindrucksvoll gingen Ralf Paniczek und Thomas Reichart dieser Frage in der ZDF-Doku “Mission Gold” auf den Grund.

Ex-Gewichtheberin Chunlan Zou wird als Volksathlethin im Staatsfernsehen präsentiert. Die Propagandamaschinerie läuft. Frau Zou wurde vorher operiert, die Wangenknochen und die Nase wurden verbessert, “sie” hat in neun Jahren Leistungssport so viele Hormone erhalten, dass sie keine Kinder bekommen kann und unter Bartwuchs leidet. Ihre damaligen Trainer, die die “Pillen der Kraft” verabreichten, arbeiten weiterhin im chinesischen Sport.

Bei den Schwimmern und Ringern wird auf bewährte DDR-Trainer gesetzt, die laut Aktenlage im Dopingsystem verwurzelt waren. Einem Experten aus den USA fielen 2005 bei Wettkämpfen in China vor allem die überragenden Leistungen junger Schwimmer im Alter von 11-13 Jahren auf. Technisch waren die Schwimmerinnen nicht sehr gut, aber sie waren sehr sehr schnell. Lange hörte man nichts von ihnen – 2007 bei regionalen Wettkämpfen schaffen sie nun Jahresbestleistungen. Lediglich der Experte erkannte deren Namen wieder.

Das System in China setzt auf Druck, Druck gegen Trainer und Sportler, es zählen nur Finals und Siege. Das Schwimmerinnenbeispiel lässt vermuten, dass recht langfristig gedacht wird, und dass der Staat voll hinter dem Betrug steht, obwohl anderes behauptet wird. Das Doping-Kontroll-Konzept ist wie bei anderen Staaten auch eine nationale Angelegenheit, es gibt also eine nationale Anti-Doping-Agentur. Die Welt-Anti-Doping-Agentur achtet lediglich darauf, dass die Konzepte passen. Kontrolleure aus dem Ausland haben aber den Eindruck, dass sie in China behindert oder aufgehalten werden, wenn sie einen Athlethen kontrollieren sollen. Das ist heikel, schließlich gibt es Techniken, wie der Gebrauch eines Maskierungsmittels, die dann kurzfristig einsetzbar sind. Des Weiteren produzieren hormonherstellende Unternehmen weiterhin in großen Mengen in China, obwohl der Staat dies unterbinden wollte. Da wundert es nicht, dass Testkäufer Testosteron rezeptfrei in der Apotheke kaufen konnte.

Ich kann mir da wirklich nicht helfen, die Geschichten, die ich aus China höre, lassen mir die Haare zu Berge stehen – es wundert mich aber nicht, schließlich kann man von einem Staat, der nichts von Menschenrechten hält, auch nicht erwarten, dass er seine Sportler als Personen, Menschen und Individuen wertschätzt.

Teil 2 der Doku “Mission Gold” gibt es am 30.06.2008, vielleicht kann man den ersten in der ZDF-Mediathek ansehen.

Weiterführende Links:
ZDF-Mediathek
Bericht auf Digitalfernsehen

Ein Kommentar »»

  1. Matthias – #

    Comment – 16. Juni 2008 – 12:10

    —- Edit: Name geändert und URL entfernt, Verdacht auf SEO-Spam —-

    Naja das ist dor gang und gebe. Die methoden erinnern mich sehr stark an die der DDR. Es ist halt einfach nur schlimm das sie damit immer wieder durchkommen und die Menschen die dafür benutzt werden tuen mir auch leid

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