Archiv der Kategorie 'Wissenschaft'

Mindmap zu Covey’s “Die 7 Wege zur Effektivität” / “Seven Habits of Highly Effective People”

Steven R. Covey schrieb 1989 einen Bestseller: Die 7 Wege zur Effektivität: Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg. Ich erstellte eine Mindmap, um die Inhalte des Buches für mich besser zu sortieren und stelle sie gern zur Verfügung. Es gibt die Mindmap als MM-Datei, damit kann sie im freien Mindmap-Programm “FreeMind” bearbeitet werden und darüber hinaus als PNG für die Leute die sie nur ansehen möchten.

Covey sichtete in seiner Doktorarbeit 200 Jahre Management-Literatur und trug die sinnvollsten Dinge zusammen, so entstanden die 7 Gewohnheiten. Das Buch ist in vielen Sprachen übersetzt und auch als Hörbuch verfügbar. Die Mindmap erstellte ich auf der Grundlage der englischen Ausgabe in deutsch, es ist also wahrscheinlich, dass ich einige Begriffe anders übersetzte als dies der Fachmann tat.

Inspiriert wurde ich von Rene Webers Mindmaps zur Selbstmanagement-Methode “Getting Things Done”, aber ich musste feststellen, bis ich solche Mindmaps erstellen kann, wird noch der ein oder andere Tag vergehen. Die Mindmap ist umfassend und recht standardmäßig, aber durch die MM-Datei kann man ja selbst Hand anlegen. Notizen sind durch ein Bleistift-Icon gekennzeichnet. Die beiden Bilder zeigen einmal die Mini-Übersicht, und einen Auszug einer aufgeklappten Wolke. Unten kann man das gesamte PNG ansehen oder herunterladen wenn man auf das Vorschaubild klickt. Die MM-Datei kann man mit einem Rechtsklick “Ziel speichern unter” auf den Rechner laden und mit dem Programm FreeMind bearbeiten.

Seven Habits - Überblick

seven-habits-auszug

DOWNLOAD: Gesamte Mindmap Seven Habits als PNG-Datei (Vorschaubild unten) oder als mm-seven-habits.

Mindmap Seven Habits Gesamt PNG

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Diplomarbeit “Konzeption, Aufbau und Betrieb eines Ernährungsberaterblogs”

“Konzeption, Aufbau und Betrieb eines Ernährungsberaterblogs” lautet der Titel meiner Diplomarbeit. Die Arbeit umfasst samt Anhänge knapp 200 Seiten wurde mit 1,3 bewertet, ist farbig und “fitfuttern” bildet den Praxisteil der Arbeit. Wenn Sie die Arbeit als PDF möchten, schreiben Sie mir bitte eine E-Mail oder nutzen das Kontaktformular. Die Arbeit gebe ich im Regelfall kostenlos weiter.

Interessant sollte die Arbeit für alle Ernährungsberater, (werdenden) Webworker, Blogger, WordPress-Nutzer, Suchmaschinenoptimierer, Gewichtsreduzierer und Berater sein. Am Ende warf ich einen Blick darauf, wie ein Laie den Weg von Null auf Blog wohl am geschicktesten meistert.

Das Inhaltsverzeichnis der Arbeit gibt Ihnen schnell Aufschluss, welche Gedanken ich mir gemacht habe. Als Blogprogramm wurde WordPress eingesetzt und meine Klienten wollten ihr Gewicht mindern. Ich untersuchte an welchen Stellen das Internet und Websites, in diesem Fall der Blog “fitfuttern”, beim Beratungsprozess hilft.

Die Seitenzahl (118+80) erscheint für eine Diplomarbeit sehr hoch, aber es gibt sogar noch Vieles, was gemacht werden musste und in der Arbeit nur kurz erwähnt wird, bspw. die Erstellung der Oberfläche (Theme) und die Gedanken zum Webdesign. Nur so war es möglich, folgendes Ergebnis zu erreichen:

  • Umsetzung des Blogs von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme (Erstellung von Lasten- und Pflichtenheft rund um die Themen Ziele, Zielgruppe, Infrastruktur, Webdesign, Blogstruktur, Bloginhalte, Blogauswertung)
  • Filtern und Umsetzen der für den Blog günstigen Maßnahmen (Anmeldung in Verzeichnissen, Schaffung von angrenzenden Maßnahmen (Nutzen der Bloginhalte in der Beratung, Aufbau von Vorträgen und Printmedien))
  • Betrieb des Blogs unter Berücksichtigung des Klienten- und Beraternutzens (Beratung der Klienten (Gewichtsreduktionsprogramm “Ich nehme ab”), Contenterstellung, Einrichtung eines Mitgliederbereichs für die Klienten, Suchmaschinenoptimierungskampagne)
  • Evaluation aller Maßnahmen (Klienten-, Expertenbefragung, Websiteanalyse)

Ich denke nach dieser Arbeit, dass Blogs und das Internet eine sehr wichtige Rolle in der (Ernährungs-)Beratung einnehmen werden. Wenn Sie Fragen zur Arbeit oder den obigen Themengebieten haben, kontaktieren Sie mich. Aktuell suche ich noch eine Arbeitsstelle und bin somit offen, Sie bei Ihrem Projekt oder Anliegen zu unterstützen.

Nochmals vielen Dank an alle, die einen Beitrag zur Arbeit leisteten, insbesondere die Experten, Klienten und Projektpartner, die mit ihren Rückmeldungen nicht geizten. Monika äußerte sich zu WordPress und zur Webentwicklung, Stephan als Berater und Experte für Selbst- und Zeitmanagement, Thomas als Projektpartner und Inhaber der Kalorientabelle FDDB.

Inhaltsverzeichnis der Diplomarbeit von Jochen Bauer, März 2008 “Konzeption, Aufbau und Betrieb eines Ernährungsberaterblogs”:

Einleitung 8

1 Blog 11

1.1 Blogs – Definition, Einordnung und Abgrenzung 11

1.2 Einteilung von Blogs 12

1.3 Eigenschaften und Techniken von Blogprogrammen 13

1.3.1 Blog als Geflecht von Beiträgen, Kategorien und Seiten 13

1.3.2 Kommentare, Track- und Pingbacks als Möglichkeiten zur Diskussion 15

1.3.3 Nachrichten mittels Really Simple Syndication verfolgen 16

1.3.4 Beziehungen als Blogroll ausweisen 17

1.4 Ausmaße der Blogosphäre 19

1.5 Besonderheiten und Entwicklungen im Internet 22

1.5.1 Beschreibung des Long Tails 22

1.5.2 Wandel im Netz 24

1.6 Rechtliche Probleme und Kosten eines Blogs 25

2 Beratung als Prozess 27

2.1 Definition des Beratungsprozesses 27

2.2 Beschreibung des Modells der integrativen Beratung 28

2.2.1 Die Anfangsphase 28

2.2.2 Die Mittelphase 30

2.2.3 Das Ende des Prozesses 31

2.3 Konzept zur Klientenbetreuung 33

2.3.1 Beschreibung des Gesamtkonzepts 33

2.3.2 Aufbau des Programms „Ich nehme ab“ 34

2.4 Folgen und Möglichkeiten für einen Ernährungsberaterblog 36

3 Online-Marketing 38

3.1 Einordnung in den Marketing Mix 38

3.2 Internet- und Online-Marketing 39

3.3 Instrumente des Online-Marketings 39

3.4 Suchmaschinenoptimierung im Detail 42

3.4.1 Wirtschaftliche Relevanz von Suchmaschinen 42

3.4.2 Google als Maß aller Dinge 42

3.4.3 Gedanken zum Vorgehen: SEO-Strategie 44

3.4.4 Keywords recherchieren 45

3.4.5 Onsite-Optimierung 46

3.4.6 Offsite-Optimierung 55

4 Praxisbericht 58

4.1 Konzeption des Ernährungsberaterblogs 58

4.1.1 Lastenheft 58

4.1.2 Pflichtenheft 63

4.2 Aufbau des Blogs 73

4.2.1 Kernkomponenten und Umfeld bereitstellen 73

4.2.2 Entwicklung des Blogs 75

4.3 Blog strukturieren 79

4.3.1 Bildschirm einteilen 79

4.3.2 Gestaltung der Seiten 80

4.3.3 Struktur verleihen und Styleguide anlegen 82

4.4 Betrieb des Blogs 84

4.4.1 Grundsätzliche Überlegungen 84

4.4.2 Sinnvolle Tätigkeiten 90

4.4.3 Ausblick auf kommende Tätigkeiten 92

5 Diskussion 94

5.1 Rückblick zum Blogentwurf, -bau und -betrieb 94

5.2 Evaluation 97

5.3 Fazit 103

Schlussbemerkung 113

Inhaltsverzeichnis Anhang:

Anhang 1: „Gewichtsreduktionsprogramm zur Klientenbetreuung“

Anhang 2: „Dokumentation des Beratungsprozesses bei der Klientin Birgit“

Anhang 3: „Interviews“

Anhang 4: „Keywordrecherche zu „ernährungsberatung““

Anhang 5: „Handouts zu den Vorträgen“

Anhang 6: „Matrix zum Entwicklungsprozess“

Anhang 7: „Beitragsüberschriften im Beobachtungszeitraum“

Wissenschaft wirft Blick auf Getting Things Done

“Getting Things Done”, kurz GTD, ist ein System zur Selbstorganisation. Francis Heylighen und Clement Vidal von der Freien Universität Brüssel veröffentlichten einen wissenschaftlichen Aufsatz zur Selbstmanagementmethode “Getting Things Done” von David Allen. Es ist die erste wissenschaftliche Arbeit, die GTD genauer untersucht. Die ECCO-Wissenschaftler (Evolution, Complexity and Cognition research group) verglichen die Prinzipien, die GTD zu Grunde liegen, mit aktueller wissenschaftlicher Literatur.

Heutige Probleme bei der Wissensarbeit

Wissensarbeit ist schwierig: Wir wissen, wie wir Infos speichern und wie wir physische Prozesse geschickt strukturieren und somit beschleunigen können. Wir wissen aber kaum etwas darüber, wie wir den Prozess von der eingehenden Information bis zum Start des physischen Prozesses möglichst effizient bewältigen.

Unsere Erkenntnisse beim Treffen von Entscheidungen, bei der Projektplanung und beim Problemlösen müssen immer geprüft werden, ob sie aktuell noch gültig sind. In einer “neuen” Welt mit Informationsüberflutung müssen die Herangehensweisen vielleicht überdacht und geändert werden. Der klassische Weg besteht darin, Ziele zu formulieren, diese nach Prioritäten zu ordnen, notwendige Handlungen ausfindig zu machen und den damit verbundenen Ressourceneinsatz fest zu stellen. Anschließend werden dann die Tätigkeiten ausgeführt, die mit dem geringsten Ressourceneinsatz den größten Nutzen für die priorisierte Aufgabe haben.

Ja, so weit, so gut, aber was machen wir, wenn sich Prioritäten und Ressourcen zwischenzeitlich und unvorhersehbar ändern? Oder wenn die Anzahl der Möglichkeiten tagtäglich variiert. Solche dynamische Rahmenbedingungen lassen eine klassische Herangehensweise schwierig oder unsinnig werden. Ganz problematisch ist es in einem solchen wandlungsfähigen Umfeld einen Projektplan abzugeben, der die Grundlage für die Bewilligung notwendiger Mittel ist.

Alternativ kann man auf die Planung verzichten und einfach vor sich hin werkeln. Wichtig ist dabei, dass die Rückmeldung der Handlung aufgenommen und verarbeitet wird. Dann kann entsprechend weiter gemacht oder reagiert werden. Auf diese Weise nähert man sich dem Ziel. Das klingt chaotisch, ist aber oftmals der einzige mögliche Weg und einige Male deutlich effizienter als der klassische! Schließlich ist ein unbrauchbares Ergebnis (Forschung zum 1 Liter-Auto, obwohl bereits die ersten fliegenden Teppiche auf den Markt kommen) oder lang durchdachte, aber nutzlose Projektpläne eine schlechtere Alternative.

Natürlich können große Projekte, wenn sie denn planbar sind, auch geplant werden, aber ein System muss dennoch flexibel genug sein, damit eine Anpassung der Pläne möglich ist. Allens System der natürlichen Planung scheint für mittelgroße “Projekte” im Sinne von GTD, also eine Folge von schätzungsweise 5-30 Tätigkeiten sehr vielversprechend, mit der Festlegung des Ziels und einem Brainstorming.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass unser Hirn sehr gut beim Verarbeiten von Infos ist, aber sehr schlecht beim Erinnern (“Lag Ihnen schon mal was auf der Zunge?”). Unser Arbeitsspeicher ist, nach wissenschaftlichem Stand der Dinge auch, wie die eben bereits erwähnte, doch recht, gemessen an PCs, mangelhafte Erinnerungsfähigkeit, wie Sie jetzt vielleicht gerade merken, auch nicht der beste (gemeint ist der Arbeitsspeicher, schlimmer Satz, lesen Sie ihn nicht noch einmal :-) ).
Der Arbeitsspeicher fasst nur sieben Gedanken, zu wenig um allerlei Projekttätigkeiten im Kopf zu behalten. Wir brauchen also ein System, welches die Umwelt berücksichtigt, das uns nächste Schritte liefert und welches am besten noch ein griffbereites Archiv mit weiterührenden Infos und einer Suchfunktion anbietet.

GTD als Problemlöser

GTD stellt einen Arbeitsablauf zum Selbstmanagement, insbesondere für die Wissensarbeit zur Verfügung, mit dem Ziel Stress und Angst zu reduzieren und so die Produktivität zu steigern. Dies funktioniert, sofern der Arbeiter immer das Gefühl hat, die Situation kontrollieren zu können. Im Paper wird noch ein Ansatz geschildert, wie mittels eines Job-Ticket-Systems GTD zur kollaborativen Arbeit genutzt werden kann, wobei dieser Ansatz nicht Teil des eigentlichen GTD-Systems ist.

Bei GTD soll der Arbeiter alles, was an ihm nagt aus seinem Kopf auslagern und in sein System ablegen, auf welches er dann immer wieder bei Bedarf zugreifen kann. Diesem System muss der Arbeiter auch vertrauen können, dass in diesem System auch alles Relevante drin ist. Kann sich der Arbeiter dann wiederum mit seiner ganzen Aufmerksamkeit seiner einen einzigen Tätigkeit widmen, diese Tätigkeit weder eine zu hohe noch eine zu niedrige Anforderungen darstellt, sind bereits wichtige Vorraussetzungen erfüllt, damit der Arbeiter in den “Flow”-Status gelangen kann.

Eine genaue Beschreibung von GTD schenke ich mir hier, das kann man an anderer Stelle nachlesen (Wikipedia oder Buch) – will man das System einführen, sollte man sich ohnehin das Buch besorgen.

Ein Selbstmanagementsystem oder Projektorganisationssystem muss heute noch weitere Vorraussetzungen erfüllen: Die Umwelt muss einbezogen werden, da diese den Rahmen für unsere möglichen Handlungen liefert. Am besten liefert das System also sinnvolle Auslöser für den Arbeiter, welche umweltabhängig sind. Ein rein rationelles System ist zum Scheitern verurteilt, wenn bei aufeinanderfolgenden Tätigkeiten wiederholte Ortswechsel nötig sind, das kostet zu viel Zeit. Genauso ist es verheerend, wenn sich bei einer abgeschlossenen Handlung erst wieder in verschiedene Projekte eingedacht werden muss, um einen nächsten Schritt ausfindig machen zu können, der in der aktuellen Umgebung abgearbeitet werden kann. Darüber hinaus muss ein System Unterbrechungen geeignet handhaben.

Der Ansatz, dass GTD all das als System bietet ist meines Erachtens das “Beste” an GTD, eine Tippsammlung wird so etwas nicht leisten können. Viele nutzen bereits ToDo-Listen, Organizer und Kalender, aber ich kenne keine Methode, bei der alles so zusammen spielt.

GTD hat (weitere) revolutionäre Herangehensweisen: einmal macht man sich die Startbahn frei, man räumt also erst mit seinen Alltagsproblemen auf und widmet sich dann längerfristigen Zielen – ohne freie Startbahn, kein freier Kopf, und kein Vertrauen ins eigene System – das System verkommt zur Tippsammlung.

Prioritäten spielen bei GTD kaum eine Rolle: der Nutzer fragt sich zuerst, “was kann ich in dieser Umgebung machen”, dann “wieviel Zeit habe ich”, dann “wieviel Energie habe ich”. Anschließend liefert das System die passenden Tätigkeiten. Ja, und dann kann sich der Arbeiter noch fragen, ob einige Dinge auf der Liste dringlicher sind als andere.

Das Erstellen und Pflegen der notwendigen Listen, welche die “nächsten Schritte” liefern, erfolgt im Wochenrückblick. Der jährliche Frühjahrsputz auf dem Schreibtisch findet also einmal die Woche statt, und da in der Woche nicht soviel passiert behält man den Überblick. Die Listen entstehen dadurch, dass die Elemente des Eingangskorbes mittels einer Routine auf eine bestimmte Liste geschleust werden. Das klingt sehr kompliziert, nach einigen Wochenrückblicken geht das aber in Fleisch und Blut über. Die Listen müssen nicht unbedingt aus Papier bestehen – es gibt Programme für Organizer, Handy und Computer. Diese digitale Verfügbarkeit stellt dann auch die Grundlage für Suchfunktionen und Abfragen.

Ich finde es sehr gut, dass es nun auch einen wissenschaftlichen Artikel zu GTD gibt, vielleicht ist dieser ja die Grundlage für eine empirische Untersuchung, um den Nutzen von GTD zu testen.

Weiterführende Links:
* Artikel der Freien Universität Brüssel “Getting Things Done: The Science behind Stress-Free-Productivity” von Francis Heylighen and Clement Vidal
* Wikipedia-Artikel zu GTD, unter anderem mit den Grafiken der natürlichen Planung, des GTD-Workflows

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Stufen der Verhaltensänderung (TTM)

Erfolgreich sein Verhalten zu ändern, das ist das Heikelste an einer langfristigen Ernährungsumstellung. Dafür gibt es zwar kein Patentrezept, jedoch gibt es das Stufenmodell der Verhaltensänderung – mit diesem Modell werden wir unser Verhalten erst verstehen und so vielleicht viel leichter ändern können. Erst erläutere ich Ihnen das Modell, dann gebe ich Tipps, was Ihnen beim Sprung von Stufe zu Stufe helfen kann. Das Transtheoretische Modell, kurz TTM, ist so vielversprechend, weil es speziell auf die gesundheitsbezogene Verhaltensänderung abzielt.

TTM Entstehung

In den Achtzigern identifizierten DiClemente und Prochaska erstmals die Stufen der Verhaltensänderung, einem der Kernbausteine des TTM. Seitdem wird das Modell fortlaufend geprüft und untersucht. Das TTM besteht aus den Stufen der Veränderung und aus Strategien zum jeweiligen Stufensprung. Entstanden ist das Modell, indem man viele Menschen, welche ihr Verhalten erfolgreich änderten, nach deren Tricks und Erfahrungen befragte. Erfolgreich ändern bedeutet hier, dass das neue Verhalten seit mehreren Jahren stabil aufrecht erhalten wird! Was haben diese Menschen also gemacht?

Sechs Stufen der Verhaltensänderung

Die Verhaltensänderung besteht aus sechs aufeinanderfolgenden Stufen, wobei ein Durchlauf ohne Rückschritt die absolute Ausnahme ist. Sie sehen also – Verhaltensänderung ist ein Prozess und keine einmalige Sache. Die Stufe “Stabilisierung” fehlt bei einigen Verhaltensweisen.

Stufen der Verhaltensänderung:

  1. Absichtslosigkeit – keine Lust sich zu ändern
  2. Absichtsbildung – vielleicht mal im kommenden Monat ändern
  3. Vorbereitung – Änderung wird vorbereitet und schon probiert
  4. Handlung – Zielverhalten seit mindestens einem Tag stabil
  5. Aufrechterhaltung – Zielverhalten seit mehr als sechs Monaten stabil
  6. Stabilisierung – keine Versuchung mehr ins alte Verhalten abzurutschen

Rückfälle als Teil des Prozesses

Das folgende Bild zeigt Ihnen das Zusammenspiel der Stufen. Sie können die Stufen eine nach der anderen durchlaufen, können aber auch von jeder wieder an den Anfang zurück fallen, bevor Sie oben beim stabilen gewünschten Verhalten ankommen.

Wichtig ist vor allem, wie Sie mit Rückfällen zu ihrem alten Verhalten umgehen: meistern Sie diese Rückfälle und lassen Sie sich dadurch nicht ihre Motivation nehmen, beginnt sich die Spirale nach oben zu drehen und Sie werden ihr Verhalten irgendwann stabil aufrechterhalten (grüne Linie, von Handlung zu Aufrechterhaltung).

Leider hören Sie in ihrem Umfeld auch Sätze wie “Das ist ja wieder wie früher, du wirst dich nie ändern! Aber das habe ich ja schon immer gewusst.” – nehmen Sie diese hin, aber lassen Sie diese Sätze nicht der Auslöser sein, der Sie bis an den Anfang zurück schmettert (rote Linie nach Rückfall 1).

Verhaltensspirale

Abbildung: Verhaltensstufen samt Verhaltensspirale
(Grafik erstellt nach Keller, o. J., S. 6ff)

Generelle Strategien und Tipps

Um erfolgreich von Phase zu Phase zu springen, wenden wir einerseits kognitive Strategien an, also Strategien, die etwas mit unserem Wissen, unseren Gefühlen oder unserer Vorstellung zu tun haben und andererseits verhaltensorientierte Strategien, das sind konkrete Verhaltensanleitungen, wie Sie etwa beim Zeitmanagement vorkommen. Die kognitiven Strategien wendet man gehäuft in den ersten drei Phasen an, die verhaltensorientierten eher in den späteren.

Prinzipiell entscheiden wir in jeder Phase nach einer Kosten-Nutzen-Analyse, wägen also die Vor- und die Nachteile eines Phasensprungs ab. Des Weiteren können Sie bereits abschätzen, wie oft Sie ins alte Verhalten abrutschen werden: fragen Sie sich, wie standhaft bin ich, wenn die Versuchung des alten Verhaltens aufträte. Diese Standhaftigkeit wird beim TTM als Selbstwirksamkeit bezeichnet und gibt Ihnen vielleicht eine Hilfe bei der Entscheidung, ob Sie für ihr Vorhaben etwa ihre Umwelt wechseln sollten.

Tipps für den Phasensprung

Von Absichtslosigkeit nach Absichtsbildung
Diese Stufe hat das Ziel, dass ein Problembewusstsein für die Situation entsteht. Hier geht es nicht ums Problemeeinreden, es ist mehr ein Anklingeln, ob es bereits 5 vor 12 ist.
Haben Sie einen vagen Verdacht, bei Ihnen ist es irgendwo soweit, dann fragen Sie sich:

  • Was weiß ich über den Einfluss meines Verhaltens auf meine Gesundheit?
  • Wie wirkt sich mein Verhalten auf mein Befinden und auf die Personen meines Umfelds aus?
  • Wie sähe mein Leben ohne dieses Verhalten aus?

Von Absichtsbildung nach Vorbereitung
In dieser Phase müssen Sie für sich klären “Warum Sie sich ändern wollen”. Dann sind Sie wahrscheinlich hin- und hergerissen, einerseits wissen Sie nun wozu sie sich ändern, andererseits können Sie den damit verbundenen Aufwand abschätzen. Entscheiden Sie sich nun, anders werden Sie aus dieser Phase nicht herauskommen!
Diese Fragen können helfen:

  • Welche Vorteile bringt eine Verhaltensänderung?
  • Welche Schwierigkeiten sehe ich?
  • Welche persönlichen Ziele erreiche ich damit?
  • Wie sind meine Vorerfahrungen?

Von Vorbereitung nach Handlung

Vorbereitung bedeutet, Sie suchen nach Umsetzungsmöglichkeiten für ihr Vorhaben, klappern ab, was Sie dafür alles brauchen und bestimmen die nächsten Schritte.
Fragen die helfen könnten:

  • Wie haben andere ihr Verhalten geändert?
  • Welche Hilfe brauche ich?
  • Was habe ich schon getan, um mein Verhalten zu ändern?
  • Was will ich ab jetzt erproben?

Von Handlung nach Aufrechterhaltung
In dieser Phase sollen Sie ihr angestrebtes Verhalten im Alltag verankern, ihre Selbstwirksamkeit verbessern und Alternativen zu schwer widerstehbaren Versuchungen entwickeln. Neben dem Machen sollten Sie sich auch für Erreichtes in unregelmäßigen Abständen belohnen und hoffentlich auch von ihrem Umfeld belohnt werden.
Folgende Fragen können helfen:

  • Was habe ich bereits erreicht?
  • Was hat mir bisher geholfen?
  • Wie gehe ich mit Schwierigkeiten, Hindernissen und Rückfällen um?
  • Wer unterstützt mich?
  • Wie belohne ich mich?

von Aufrechterhaltung nach Stabilisierung

In der Aufrechterhaltung soll das gewünschte Verhalten automatisiert und aufrecht erhalten werden. Auch hier ist noch wichtig, sich mit möglichen Ausrutschern zu beschäftigen, damit später nicht ein unerwarterter Rückschritt droht. Sie sehen, nicht der Rückfall ist der Rückschritt, sondern nur ein unpassender Umgang mit diesem. Bedenken Sie auch, dass wenn Sie einmal hier sind, haben Sie bereits viel geschafft!
Folgende Fragen können helfen:

  • Was hat mir bisher am meisten geholfen?
  • Welche Vorteile des geänderten Verhaltens sind für mich die wichtigsten?
  • Wie werde ich mit Ausrutschern und Rückschritten umgehen?

Sie sehen, dass Sie dieses Modell alleine anwenden können. Genauso kann die Unterstützung durch einen Berater eine große Hilfe sein, da dieser gerade über aktuelle vielversprechende Konzepte verfügt, mögliche Stolpersteine erkennt und Ihnen so wertvolle Rückmeldungen gibt – wie Sie es nun auch angehen, viel Erfolg bei ihrer Verhaltensänderung.

Weiterführende Links:
*1 Motivierung zur Verhaltensänderung – Prozessorientierte Patientenedukation nach dem Transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung
*2 Wikipedia – Eintrag zum TTM
*3 Doktorarbeit von S. Keller zum TTM bezogen auf das Ernährungsverhalten

Quellen:

* S. Keller et al., “Motivierung zur Verhaltensänderung – Prozeßorientierte Patientenedukation nach dem Transtheoretischen Modell der Verhaltensänderung”, Internetquellverweis (Stand: 15.11.2007), o. J., o. O., S. 6-8

UPDATE:
Auf dem Webmontag Bielefeld am 19.11.2007, hielt ich einen Vortrag zum Thema TTM und der Artikel diente als Handout – dieses PDF kann durch einen Klick auf folgenden Link heruntergeladen werden kann. Vortrag Webmontag Verhaltensänderung TTM

Prof. Pudels Anmerkungen zur Ernährungspsychologie

In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift “Ernährung – Wissenschaft und Praxis” reist der Ernährungspsychologe Prof. Dr. Pudel durch die Geschichte dieser Disziplin und macht seine “Anmerkungen zur Ernährungspsychologie” (Pudel, 2007, S. 162ff.); schildert die dabei passierten Fehlannahmen und noch ungelöste Fragen.

Die Ernährungspsychologie begann laut Pudel mit dessen eigener Diplomarbeit 1967, als er heraus fand, dass Stress zu einer höheren Nahrungsaufnahme führt, und so zur positiven Energiebilanz beitragen kann.

Vergangenheit

Zu Beginn setzte die Diätetik bei Übergewicht auf Reduktionsdiäten, diese waren erst einmal sehr erfolgreich: das Gewicht der Patienten sank. Leider nahmen viele Patienten nach der Diät wieder zu und das Problem wurde von der Diätetik in die Psychologie abgeschoben. Man suchte nun nach der dickmachenden Persönlichkeitsstruktur, fand sie aber nicht; allerdings fand man dickmachende Verhaltensweisen und erkannte, dass sich Adipöse von Außenreizen leichter beeinflussen lassen. Werbung und anerzogene Verhaltensregeln wirken so bei Adipösen noch stärker.

Folglich versuchte man die Außenreize zu mindern und gab Tipps wie “nur mit Einkaufszettel in den Supermarkt gehen”. Die stark Übergewichtigen blieben leider dick, und man erkannte in den 80ern die Bulimie. Diese Betroffenen hingegen setzten die Verhaltensregeln der Adipösen ohne große Schwierigkeiten um. Der kognitive Ansatz bei Adipositas erweis sich also, als wenig hilfreich.

Man erkannte, dass rigide Verhaltensvorsätze bei Diäten eher zu Essstörungen führen als es flexible tun. Des Weiteren wurde bewiesen, dass es gute und schlechte Futterverwerter gibt.

Heute

Pudel sieht Übergewicht heute eher als Schicksal aus Veranlagung und Umwelt, denn als Schuld. Allerdings kann man gegen dieses Schicksal sehr wohl angehen. Änderungen sind allerdings nur in kleinen Schritten zu erwarten und das Ändern des Verhaltens stellt eine sehr große Herausforderung dar. Die Herausforderung ist so groß, da Essen durch die Bedürfnisse und nicht durch den Nährstoffbedarf gesteuert ist. Bedürfnisse sind aber nur schwer willentlich zu beeinflussen. Mit Vernunft hat das wenig zu tun.

Zukunft

Sein Verhalten in die richtige Richtung steuern – das traut Pudel den Wenigsten zu und weist auf die immer mehr technisierte Welt hin. Mehr PC-Arbeitsplätze und zahlreiche Alltagserleichterungen, dazu der auf Speicherung ausgelegte Körper, lassen Pudel zum Schluss kommen: dies führt den Klienten zur Überforderung und somit zum Scheitern.
Bei den Schulen sieht Pudel Potenzial, dort soll der Grundstein gelegt werden, die Kinder sollen gesundes Verhalten erleben und nicht nur erlernen. Geschmacksmuster und Verhaltensweisen sollen sich so einprägen und somit soll es später gar nicht zum Problem des starken Übergewichts kommen. Auch der Schulsport soll mehr Anreize schaffen, damit die Kinder Gefallen an Bewegung im Alltag und sportliche Hobbies finden.

An den Fragen, warum einige mehr essen, als sie benötigen, und warum sie ihr verlorenes Gewicht nicht halten können, beißt sich die Wissenschaft weiterhin die Zähne aus.

Eigene Meinung

Ich fand den Artikel sehr interessant.

Das mit der Bewegung sehe ich auch so, da macht der Computer oder die Playstation einem wirklich einen Strich durch die Rechnung. Früher war man noch im Fussballverein, heute haben viele Kinder wohl mehr Lust auf technisch unterstützte Spielereien, mit PC oder Playstation.

Ich kenne das Menschenbild von Prof. Dr. Pudel nicht, aber ich erinnerte mich beim Lesen des Artikels an die Ansichten des Hirnforschers Prof. Roth, inwiewit der Mensch selbstgesteuert ist. Nach dessen Ansicht strebt unser Unbewusstes danach, seine Grundmotive zu befriedigen und belegt gemachte Erfahrungen mit Lust, Unlust und Schmerz. Unser Bewusstes strebt danach Lust zu befriedigen und Unlust und Schmerz zu meiden. So setzt das Unbewusste seine Ansprüche durch.

Ich denke nicht, dass die Leute überfordert sind ihr Verhalten langfristig zu ändern. Sicher wird der Weg steinig und es gibt bestimmt Eigentore, aber mit der richtigen Organisation, sollten die Klienten zahlreiche Wege ausprobieren können und so wird bestimmt einer darunter sein, der genügend Bedürfnisse befriedigt, so ausreichend motiviert und so das neue Verhalten aufrecht erhalten werden kann – Rückschritte inbegriffen, versteht sich.

Wenn man dann mal einen lustvollen Weg für den Klienten hat, ich denke ja, dass der Weg als Gesamtes, lustvoller als der Alltag des Klienten ist, dann kann man noch mit Belohnungsstrategien untersützen – das sollte reichen, dass dabei einige Kilos purzeln und auch weg bleiben – hoffe ich.

Weiterführende Links:

* Zeitschrift Ernährung – Wissenschaft und Praxis
* Wikipedia – Volker Pudel
* Wikipedia – Gerhard Roth
* Podcast von Gerhard Roth “Mehr Motivation” (SWR 2)
* Zusammenschrift des Inhalts des Podcasts im Blogatelier Teil 1 ; Teil 2

Quellen:

1) V. Pudel “Ernährung – Wissenschaft und Praxis”, Neu-Isenburg 2007, Heft 4, S. 162ff.

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