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	<title>fitfuttern &#187; gtd</title>
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	<description>Blog zu Sport, Ernährung und Beratung</description>
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		<title>Wissenschaft wirft Blick auf Getting Things Done</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Mar 2008 08:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jochen Bauer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mensch]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[gtd]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Getting Things Done&#8221;, kurz GTD, ist ein System zur Selbstorganisation. Francis Heylighen und Clement Vidal von der Freien Universit&#228;t Br&#252;ssel ver&#246;ffentlichten einen wissenschaftlichen Aufsatz zur Selbstmanagementmethode &#8220;Getting Things Done&#8221; von David Allen. Es ist die erste wissenschaftliche Arbeit, die GTD genauer untersucht. Die ECCO-Wissenschaftler (Evolution, Complexity and Cognition research group) verglichen die Prinzipien, die GTD [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Getting Things Done&#8221;, kurz GTD, ist ein System zur Selbstorganisation. Francis Heylighen und Clement Vidal von der Freien Universit&#228;t Br&#252;ssel ver&#246;ffentlichten einen wissenschaftlichen Aufsatz zur Selbstmanagementmethode &#8220;Getting Things Done&#8221; von David Allen. Es ist die erste wissenschaftliche Arbeit, die GTD genauer untersucht. Die ECCO-Wissenschaftler (Evolution, Complexity and Cognition research group) verglichen die Prinzipien, die GTD zu Grunde liegen, mit aktueller wissenschaftlicher Literatur. </strong></p>
<h3>Heutige Probleme bei der Wissensarbeit</h3>
<p>Wissensarbeit ist schwierig: Wir wissen, wie wir Infos speichern und wie wir physische Prozesse geschickt strukturieren und somit beschleunigen k&#246;nnen. Wir wissen aber kaum etwas dar&#252;ber, wie wir den <em><strong>Prozess von der eingehenden Information bis zum Start des physischen Prozesses</strong></em> m&#246;glichst effizient bew&#228;ltigen.</p>
<p>Unsere Erkenntnisse beim Treffen von Entscheidungen, bei der Projektplanung und beim Probleml&#246;sen m&#252;ssen immer gepr&#252;ft werden, ob sie aktuell noch g&#252;ltig sind. In einer <em><strong>&#8220;neuen&#8221; Welt mit Informations&#252;berflutung</strong></em> m&#252;ssen die Herangehensweisen vielleicht &#252;berdacht und  ge&#228;ndert werden. Der <em><strong>klassische Weg</strong></em> besteht darin, Ziele zu formulieren, diese nach Priorit&#228;ten zu ordnen, notwendige Handlungen ausfindig zu machen und den damit verbundenen Ressourceneinsatz fest zu stellen. Anschlie&#223;end werden dann die T&#228;tigkeiten ausgef&#252;hrt, die mit dem geringsten Ressourceneinsatz den gr&#246;&#223;ten Nutzen f&#252;r die priorisierte Aufgabe haben.</p>
<p>Ja, so weit, so gut, aber was machen wir, wenn sich Priorit&#228;ten und Ressourcen zwischenzeitlich und unvorhersehbar &#228;ndern? Oder wenn die Anzahl der M&#246;glichkeiten tagt&#228;glich variiert. Solche <em><strong>dynamische Rahmenbedingungen</strong></em> lassen eine klassische Herangehensweise schwierig oder unsinnig werden. Ganz problematisch ist es in einem solchen wandlungsf&#228;higen Umfeld einen Projektplan abzugeben, der die Grundlage f&#252;r die Bewilligung notwendiger Mittel ist.</p>
<p>Alternativ kann man auf die <em><strong>Planung verzichten und einfach vor sich hin werkeln</strong></em>. Wichtig ist dabei, dass die R&#252;ckmeldung der Handlung aufgenommen und verarbeitet wird. Dann kann entsprechend weiter gemacht oder reagiert werden. Auf diese Weise n&#228;hert man sich dem Ziel. Das klingt chaotisch, ist aber oftmals der einzige m&#246;gliche Weg und einige Male deutlich effizienter als der klassische! Schlie&#223;lich ist ein unbrauchbares Ergebnis (Forschung zum 1 Liter-Auto, obwohl bereits die ersten fliegenden Teppiche auf den Markt kommen) oder lang durchdachte, aber nutzlose Projektpl&#228;ne eine schlechtere Alternative.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnen gro&#223;e Projekte, wenn sie denn planbar sind, auch geplant werden, aber ein System muss dennoch flexibel genug sein, damit eine Anpassung der Pl&#228;ne m&#246;glich ist. <em><strong>Allens System der nat&#252;rlichen Planung</strong></em> scheint f&#252;r mittelgro&#223;e &#8220;Projekte&#8221; im Sinne von GTD, also eine Folge von sch&#228;tzungsweise 5-30 T&#228;tigkeiten sehr vielversprechend, mit der Festlegung des Ziels und einem Brainstorming.</p>
<p>Ein weiteres Problem besteht darin, dass <em><strong>unser Hirn</strong></em> sehr gut beim Verarbeiten von Infos ist, aber sehr schlecht beim Erinnern (&#8220;Lag Ihnen schon mal was auf der Zunge?&#8221;). Unser Arbeitsspeicher ist, nach wissenschaftlichem Stand der Dinge auch, wie die eben bereits erw&#228;hnte, doch recht, gemessen an PCs, mangelhafte Erinnerungsf&#228;higkeit, wie Sie jetzt vielleicht gerade merken, auch nicht der beste (gemeint ist der Arbeitsspeicher, schlimmer Satz, lesen Sie ihn nicht noch einmal <img src='http://www.fitfuttern.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  ).<br />
Der Arbeitsspeicher fasst nur sieben Gedanken, zu wenig um allerlei Projektt&#228;tigkeiten im Kopf zu behalten. <em><strong>Wir brauchen also ein System</strong></em>, welches die Umwelt ber&#252;cksichtigt, das uns n&#228;chste Schritte liefert und welches am besten noch ein griffbereites Archiv mit weiter&#252;hrenden Infos und einer Suchfunktion anbietet.</p>
<h3>GTD als Probleml&#246;ser</h3>
<p>GTD stellt einen Arbeitsablauf zum Selbstmanagement, insbesondere f&#252;r die Wissensarbeit zur Verf&#252;gung, mit dem <em><strong>Ziel Stress und Angst zu reduzieren und so die Produktivit&#228;t zu steigern</strong></em>. Dies funktioniert, sofern der Arbeiter immer das Gef&#252;hl hat, die Situation kontrollieren zu k&#246;nnen. Im Paper wird noch ein Ansatz geschildert, wie mittels eines Job-Ticket-Systems GTD zur kollaborativen Arbeit genutzt werden kann, wobei dieser Ansatz nicht Teil des eigentlichen GTD-Systems ist.</p>
<p>Bei GTD soll der Arbeiter alles, was an ihm nagt aus seinem Kopf auslagern und in sein System ablegen, auf welches er dann immer wieder bei Bedarf zugreifen kann. Diesem System muss der Arbeiter auch vertrauen k&#246;nnen, dass in diesem System auch alles Relevante drin ist. Kann sich der Arbeiter dann wiederum mit seiner ganzen Aufmerksamkeit seiner einen einzigen T&#228;tigkeit widmen, diese T&#228;tigkeit weder eine zu hohe noch eine zu niedrige Anforderungen darstellt, sind bereits wichtige Vorraussetzungen erf&#252;llt, damit der Arbeiter in den <em><strong>&#8220;Flow&#8221;-Status</strong></em> gelangen kann.</p>
<p>Eine genaue Beschreibung von GTD schenke ich mir hier, das kann man an anderer Stelle nachlesen (Wikipedia oder Buch) &#8211; will man das System einf&#252;hren, sollte man sich ohnehin das Buch besorgen.</p>
<p>Ein <em><strong>Selbstmanagementsystem oder Projektorganisationssystem muss heute noch weitere Vorraussetzungen</strong></em> erf&#252;llen: Die Umwelt muss einbezogen werden, da diese den Rahmen f&#252;r unsere m&#246;glichen Handlungen liefert. Am besten liefert das System also sinnvolle Ausl&#246;ser f&#252;r den Arbeiter, welche umweltabh&#228;ngig sind. Ein rein rationelles System ist zum Scheitern verurteilt, wenn bei aufeinanderfolgenden T&#228;tigkeiten wiederholte Ortswechsel n&#246;tig sind, das kostet zu viel Zeit. Genauso ist es verheerend, wenn sich bei einer abgeschlossenen Handlung erst wieder in verschiedene Projekte eingedacht werden muss, um einen n&#228;chsten Schritt ausfindig machen zu k&#246;nnen, der in der aktuellen Umgebung abgearbeitet werden kann. Dar&#252;ber hinaus muss ein System Unterbrechungen geeignet handhaben.</p>
<p>Der Ansatz, dass GTD all das als System bietet ist meines Erachtens das &#8220;Beste&#8221; an GTD, eine Tippsammlung wird so etwas nicht leisten k&#246;nnen. Viele nutzen bereits ToDo-Listen, Organizer und Kalender, aber ich kenne keine Methode, bei der alles so zusammen spielt.</p>
<p>GTD hat (weitere) revolution&#228;re Herangehensweisen: einmal macht man sich die Startbahn frei, man <em><strong>r&#228;umt also erst mit seinen Alltagsproblemen auf</strong></em> und widmet sich dann l&#228;ngerfristigen Zielen &#8211; ohne freie Startbahn, kein freier Kopf, und kein Vertrauen ins eigene System &#8211; das System verkommt zur Tippsammlung.</p>
<p><em><strong>Priorit&#228;ten spielen bei GTD kaum eine Rolle</strong></em>: der Nutzer fragt sich zuerst, &#8220;was kann ich in dieser Umgebung machen&#8221;, dann &#8220;wieviel Zeit habe ich&#8221;, dann &#8220;wieviel Energie habe ich&#8221;. Anschlie&#223;end liefert das System die passenden T&#228;tigkeiten. Ja, und dann kann sich der Arbeiter noch fragen, ob einige Dinge auf der Liste dringlicher sind als andere.</p>
<p>Das Erstellen und <em><strong>Pflegen der notwendigen Listen</strong></em>, welche die &#8220;n&#228;chsten Schritte&#8221; liefern, erfolgt im Wochenr&#252;ckblick. Der j&#228;hrliche Fr&#252;hjahrsputz auf dem Schreibtisch findet also einmal die Woche statt, und da in der Woche nicht soviel passiert beh&#228;lt man den &#220;berblick. Die Listen entstehen dadurch, dass die Elemente des Eingangskorbes mittels einer Routine auf eine bestimmte Liste geschleust werden. Das klingt sehr kompliziert, nach einigen Wochenr&#252;ckblicken geht das aber in Fleisch und Blut &#252;ber. Die Listen m&#252;ssen nicht unbedingt aus Papier bestehen &#8211; es gibt Programme f&#252;r Organizer, Handy und Computer. Diese digitale Verf&#252;gbarkeit stellt dann auch die Grundlage f&#252;r Suchfunktionen und Abfragen.</p>
<p>Ich finde es sehr gut, dass es nun auch einen wissenschaftlichen Artikel zu GTD gibt, vielleicht ist dieser ja die Grundlage f&#252;r eine empirische Untersuchung, um den Nutzen von GTD zu testen.</p>
<p><em><strong>Weiterf&#252;hrende Links:</strong></em><br />
*  Artikel  der  <a title="Artikel zu GTD wissenschaftliche Bewertung von ECCO" href="http://cogprints.org/5904/">Freien  Universit&#228;t  Br&#252;ssel   &#8220;Getting  Things Done:  The Science  behind  Stress-Free-Productivity&#8221; von  Francis  Heylighen  and  Clement Vidal</a><br />
* <a title="GTD Artikel in der Wikipedia mit Grafiken zum Selbstorganisationssystem von David Allen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Getting_Things_Done">Wikipedia-Artikel zu GTD</a>, unter anderem mit den Grafiken der nat&#252;rlichen Planung, des GTD-Workflows</p>
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