Leistungssteigernde Mittelchen

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Dies ist der Abschlussbeitrag der Artikelserie Sporternährung. Ich hoffe ich konnte Ihnen mit den acht Beiträgen und sinnvollen Exkursen ein Gesamtbild vermitteln und Sie wissen nun genug über Essen und Trinken im Sport. Zuletzt gehe ich nun noch auf einige Mittelchen ein, die einen Leistungszuwachs versprechen. Schauen wir, inwieweit sie dieses Versprechen halten können.

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Sportgetränke

Im Supermarkt um die Ecke gibt es sie, aber auch zum Selbermixen im Versandhandel. Oft tragen Sie einen englischen Namen und sehen einfach stark aus – Sportgetränke oder Eiweißshakes. Zuerst müssen Sie darauf achten, was da eigentlich drin ist und was Sie mit ihrer normalen Ernährung nicht decken können – dann stellen Sie meist fest, dass Sie ihren Bedarf bereits gedeckt haben.

Vitamine beispielsweise können Sie sich auch mit einer Brausetablette aus ihrem Lieblingsdiscounter holen, sofern Sie das Gefühl haben, dass Sie da nachhelfen müssen. Ein sinnvolles Zusammenspiel aus Mineralstoffen und Flüssigkeit erreichen Sie auch mit Fruchtschorlen in einer Zusammensetzung von rund 60-75% Wasser und rund 25%-40% Fruchtsaftgehalt.

Nach meiner Erfahrung liegen die meisten über der empfohlenen Menge Eiweiß – überschlagen Sie einmal ihre verzehrte Menge und entscheiden Sie, inwieweit Sie da nachlegen müssen und entscheiden dann, ob Sie in einen Shake oder ein Schnitzel investieren.

Wundermittelchen

Es gibt ganz viele Wundermittelchen wie Fatburner oder Regenerationsphasenverkürzer – bedenken Sie, dass diese Stoffe meist nicht ausreichend untersucht wurden, also ein umfassender und wissenschaftlich belegter Test fehlt. Die Präperate werden auch nicht unbedingt an deren Wirkung, sondern am wirtschaftlichen Erfolg gemessen. Der Großteil der Leute weiß nicht soviel über den Stoffwechsel und ist mit oberflächlichen Werbebotschaften zu ködern. Recherchieren Sie also immer fleißig und hinterfragen Sie die Werbebotschaft.

Doping

Auf Dopingmethoden und die damit verbundenen Risiken gehe ich nicht ein.

Sodala, dann ist die Artikelserie Sporternährung beendet! Sofern Sie Fragen haben, können Sie diese gerne stellen, entweder als Kommentar, als Email oder über das Kontaktformular. Auch auf jegliche Rückmeldung zur Serie oder dem Blog freue ich mich. Viel Erfolg in der aktuellen oder der kommenden Saison und vor allem viel Spaß!

Sportartenübergreifende Ernährungstipps

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Nachdem wir nun unseren Stoffwechsel verstanden haben und auch noch die Nährstoffzusammensetzung für unsere Sportart kennen, müssen wir dieses Wissen bündeln und im Alltag unterbringen. Was kann man als Sportler also generell beachten?

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Anforderungen an Sporternährung

Grundsätzlich ist es sinnvoll nach der Trainingsbelastung seine Speicher schnell wieder zu füllen – so beschleunigen wir den Start in die Regenerationsphase unseres Körpers: wir erreichen also eher den beabsichtigten Superkompensationseffekt (siehe “Superkompensation“) und können so im Jahr mehr ertragreiche Trainingseiheiten unterbringen.

Des Weiteren wollen wir in Form bleiben und nicht an Körperfett zulegen. Es macht also Sinn, eine Vielzahl an Inhaltsstoffe aus wenig Energie zu erhalten und in jedem Fall Mangelerscheinungen vorzubeugen. Sehen wir uns nochmal die einzelnen Nährstoffe etwas genauer an, auf was wir da achten können.

Kohlenhydrate

Nahrungskohlenhydrate können dem Körper schnell dienen und in Körperkohlenhydrate umgebaut werden, welche wir dann verbrennen oder speichern (siehe “Auf- und Abbaustoffwechsel“). Nach dem Sport sind unserer Körperkohlenhydratspeicher leer und gieren nach Nachschub – geben wir also welchen!

Wenn es um Körperkohlenhydrate geht, muss unsere Nahrung oder kohlenhydrathaltige Flüssigkeit erstmal im Blut landen, also den Magen passieren. Den Magen durchlaufen rein kohlenhydrathaltige Speisen schnell, ab einem gewissen Gehalt an Eiweiß und Fett wird die Verdauung der Kohlenhydrate aber aufgehalten. Wir halten also fest: nach der Belastung eine kohlenhydratreiche Mahlzeit, die nicht lange im Magen liegt, damit wir unsere gierenden, leeren Speicher wieder befüllen können.

Nahrungskohlenhydrate unterteilen sich in Einfach-, Zweifach- und Vielfachzucker, die Fachbegriffe hierfür lauten, Mono-, Di- und Polysaccharide. Einfachzucker wie die Glucose, auch genannt Traubenzucker, verursachen eine Insulinantwort (siehe “Blutzucker, Insulin und Leistung“) – gerade nach dem Sport kann dies sehr gut sein, da dann die Nahrungskohlenhydrate durch das viele Insulin schnell in die gierenden Speicher geschafft werden.

Zweifachzucker brauchen etwas länger, da alle Nahrungskohlenhydrate zu Glucoseteilchen abgebaut werden müssen, das geht bei Zweifachzuckern wie es der Haushaltszucker ist, immer noch recht zügig; beim Vollkornprodukt, dass aus einer Kette tausender Glucoseteilchen besteht, dauert es natürlich länger. Meist liefern diese Vollkornprodukte auch noch Ballaststoffe und wertvolle Fette, welche die Verweildauer im Magen erhöhen und so ein idealer Sättiger über den Tag sind.

Flüssigkeit

Okay, beim Sport leeren wir bekanntlich unsere Körperkohlenhydratspeicher und verlieren Flüssigkeit und damit Mineralstoffe über unsere Atmung und unseren Schweiß. Wir wissen, dass konstanter Blutzuckernachschub unseren Leistungsabbau etwas verzögert.

Klar, also Zuckerwasser, Orangenlimo, klingt ideal, ist es aber nicht. Eine Flüssigkeit, welche einen zu hohen Kohlenhydratgehalt hat, entzieht dem Körper sogar noch mehr Wasser – daher ist dies während der Belastung ein Eigentor. Ein Getränk, welches nur Wasser liefert, dem fehlt die nötige Energie um unsere Körperkohlenhydratspeicher zu schonen, und zuviel Wasser führt zum Wasserbauch.

Hier helfen isotonische Getränke, isotonisch bedeutet, dass diese Getränke die gleiche Zusammensetzung aufweisen, wie sie in unserem Körper ohnehin schon vorherrscht – so sind diese ratzfatz verfügbar und liefern die notwendigen Stoffe im passenden Verhältnis.

Eiweiß

Eiweiß ist natürlich auch nichts schlechtes und absolut notwendig. Beim Eiweiß gibt es tierische und pflanzliche Quellen. Tierisches Eiweiß ist besser als pflanzliches, es gibt die sogenannte biologische Wertigkeit, je höher der Zahlenwert, desto besser ist es für den Menschen. Erstaunlicherweise sind einige Kombinationen aus tierischen und pflanzlichen Eiweiß am hochwertigsten – folgende Kombinationen führen unter anderem zu einer sehr hohen Wertigkeit: Kartoffel und Ei; Getreide und Milch; Getreide und Ei und die rein pflanzliche Kombination aus Bohnen und Mais.

Fett

Fette bestehen aus Fettsäuren, auch hier gibt es tierische und pflanzliche Fettlieferanten. Die tierischen Fette bestehen meist aus vielen ungesättigten Fettsäuren die pflanzlichen vermehrt aus einfach ungesättigten Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Am besten achten Sie auf ein ausgewogenes Verhälnis, also von jeder Art je ein Drittel zu essen, dann machen Sie vieles richtig.

Ernährung bei Kraft- und Ausdauersportarten

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Wie bereits im Beitrag “Ernährung bei Spielsportarten” erwähnt, sollten Sie sich auch mal bei anderen Sportartengruppen nach deren Richtlinien umsehen – denn wahrscheinlich werden Sie als Sportler irgendwann vermehrt an ihrer Ausdauer oder ihrer Kraft arbeiten. Hier sind nun die Vorschläge diese Nährstoffzusammensetzungen für die anderen Gruppen.

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Ausdauersport

Das Training beim Ausdauersportler besteht meist aus lang anhaltenden Belastungen. In der Vorwettkampfphase, rund 5 bis 7 Tage vor dem Wettkampf gibt es Techniken seine Glykogenspeicher zu überladen und so gestärkt in den Wettkampf zu gehen. Da Ausdauersportler recht wenig Eiweiß zu sich nehmen, sollten Sie auf die biologische Wertigkeit achten. Folgende Grafik zeigt Ihnen die Nährstoffzusammenstellung für Ausdauersportler.

Nährstoffe in der Ernährung des Ausdauersportlers

Zusammenstellung der Nährstoffe für Ausdauersportler.
(Grafik nach K. Geiss, M. Hamm: “Handbuch der Sportlerernährung”, Hamburg 2001, 5. Auflage, S.191)

Kraftsport

Im Kraftsport geht es meist um Muskelaufbau oder einen Anstieg der Maximalkraft.
Da das Training sehr anstrengend und belastend für den Körper ist, sollten Sie unbedingt auf die notwendige Erholung achten. Die Vorwettkampfphase auf dies sich die folgende Tabelle bezieht dauert ein bis zwei Tage. Gerade im Bodybuildung erfolgt unter Umständen eine lange Diät in Verbindung mit einer Entwässerung des Körpers. Nach dem Wettkampf sollten Sie schnell ihren Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen und ihre Speicher füllen.

Nährstoffe in der Ernährung des Kraftsportlers

Zusammenstellung der Nährstoffe für Kraftsportler.
(Grafik nach K. Geiss, M. Hamm: “Handbuch der Sportlerernährung”, Hamburg 2001, 5. Auflage, S.182)

Kraftausdauersport

Bei Kraftausdauersportarten wie beim Rudern, spielen sowohl Kraft als auch Ausdauer eine herausragende Rolle und je nach gerade aktiver Trainingsform wird auch gegessen. Durch das Training ist das Herz-Kreislaufsystem von Kraftausdauersportlern am umfassendsten an die Belastung angepasst und so erlangen Kraftausdauersportler das größte Schlagvolumen unter den Sportlern und können so am meisten Sauerstoff aufnehmen.

Ernährung bei Kraftausdauersport

Zusammenstellung der Nährstoffe für Kraftausdauersportler.
(Grafik nach K. Geiss, M. Hamm: “Handbuch der Sportlerernährung”, Hamburg 2001, 5. Auflage, S.185)

Schnellkraftsportarten

Schnellkraftsportarten und Kampfsportarten sind geprägt sehr schnell eine gut koordinierte Bewegung abzufeuern. Die Belastungsdauer ist dabei etwa eine halbe bis eine Minute.

Ernährung bei Schnellkraft und Kampfsportarten

Zusammenstellung der Nährstoffe für Schnellkraftsportler.
(Grafik nach K. Geiss, M. Hamm: “Handbuch der Sportlerernährung”, Hamburg 2001, 5. Auflage, S.187)

Im nächsten Beitrag der Artikelserie Sporternährung zeige ich Ihnen wie Sie diese Pläne und Richtlinien so verdichten, damit Sie im Sportleralltag eine noch bessere Hilfe haben.

Blutzucker, Insulin und Leistung

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Nach der Verdauuung sind die Nährstoffe im Blut und wir haben bereits gesehen, was die Leber mit den Nährstoffen anstellt. Jetzt beschäftigen wir uns mit dem Blutzucker – dieser ist wichtig und Sie verstehen nach dem Beitrag was es mit dem Glykämischen Index, dem Insulin und Leistungsschwankungen auf sich hat.

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Blutzucker – Glucose im Blut

Blutzucker, das ist die Zuckermenge im Blut. Mit Zucker sind viele Traubenzuckerteilchen namens Glucose gemeint. Glucose ist sozusagen die Energiewährung des Stoffwechsels. Verkettet man viele dieser Bausteine erhält man sowohl das Glykogen, also die Körperkohlenhydrate, als auch die Nahrungskohlenhydrate. Solche langen Nahrungskohlenhydratketten sind beispielweise im Vollkornbrot als Polysaccharide und in der Kartoffel als Stärke. Polysaccharide heißt übersetzt einfach “Vielfachzucker”. Neben der Glucose gibt es auch noch andere Zuckerarten, wie den Fruchtzucker.

Wir merken uns einfach, dass die meisten Nahrungskohlenhydrate, außer dem Fruchtzucker, aus mehr oder weniger langen Glucoseketten bestehen und nach der Verdauung irgendwann als Glucoseteilchen im Blut schwimmen!

Glucose als Insulinklingel

Unser Körper reagiert auf die Glucosemenge im Blut und schickt Insulinteilchen los. Insulin ist ein Enzym, also ein körpereigener Hilfsstoff. Das Insulin schnappt sich die Glucoseteilchen aus dem Blut und schafft sie zur Leber oder zu den Muskelzellen. Ist unser Blutzuckerwert in einem gewissen Bereich, fühlen wir uns gut und sind leistungsfähig; ist der Wert zu niedrig, bekommen wir Hunger, fühlen uns schlapp und sind müde.

Ich hoffe, das folgende  Sprachbild wird die Vorgänge im Körper für Sie verständlicher werden lassen. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse hergestellt, sagen wir, die Bauchspeicheldrüse ist unsere Taxizentrale, das Insulinteilchen ist ein Taxi, das Glucoseteilchen im Blut ist ein Tourist, unsere Leber und Muskelzellen sind die Hotels im Lande “Stoffwechsel”. Eigentlich funktioniert das System sehr gut. Fortlaufend kommen aus dem Darm, unserem Bahnhof, die Touristen in die Blutbahn. Die Taxizentrale merkt dies und schickt einen Schwung Taxis los, holt die Touristen ab und bringt sie in die Hotels.

Insulinantwort bei Traubenzuckergenuss

Traubenzucker besteht aus vielen einzelnen Glucosebausteinen, somit muss der Körper keine Glucoseketten aufspalten und die Glucose landet ruckzuck im Blut. Es sind also plötzlich viel mehr Glucosemoleküle im Blut, als vorher da waren – sozusagen ein außergwöhnlicher Schwung an Touristen in kurzer Zeit. Unser Körper merkt dies, produziert vorsorglich sehr viel Insulin und schickt dies ins Blut, um den wertvollen Blutzucker abzuholen – der Körper denkt: es könnte ja sein, dass der Touristenschwung für einige Zeit in dieser Weise andauert.

Nun essen wir aber nicht so viel Traubenzucker und unser Körper hat sich somit etwas verzettelt: es sind viel zu viele Taxis unterwegs. Unser Blutzuckerwert sinkt also schon kurze Zeit nachdem wir gegessen haben unter unseren Normalwert und wir bekommen wieder Hunger oder ein Unterzuckergefühl.

Insulinantwort bei Gemüsegenuss

Bei langen Nahrungskohlenhydratketten dauert es länger, bis diese unser Körper aufgespalten hat. Des Weitern ist wichtig, was zeitgleich noch im Magen liegt und in den Darm durchgelassen wird (siehe Abbildung 1 “Blutzucker und Ballaststoffe”) – denn die Aufnahme der Nährstoffe findet nun mal im Darm und nicht im Magen statt.

Nun gut beim Gemüse werden wahrscheinlich deutlich weniger Touristen auf einmal am Bahnhof stehen als es beim Traubenzucker der Fall war. Die Taxizentrale merkt, dass der plötzliche Anstieg leicht zu händeln ist und schickt eine angemessene Menge Taxis los. Der Blutzuckerwert wird also nicht schlagartig nach unten katapultiert und das Hungergefühl auf Grund eines niedrigen Blutzuckers bleibt erstmal aus.

Zusammenfasssung

Dem Ausschlag des Blutzuckers nach oben, wie er nach dem Essen von Traubenzucker der Fall ist, folgt eine intensive Insulinantwort, die den Blutzucker vielleicht sogar wieder in den Keller katapultiert und so zu einem Unterzucker führt. Haben Sie den Verdacht, dass ihr Blutzucker unten ist und Sie sich müde fühlen, dann können Sie mit einer Portion Traubenzucker, 1 oder 2 Scheiben Dextro Energen, den Wert leicht nach oben anstuppsen. Essen Sie allerdings gleich sehr viel Traubenzucker, können Sie mit einem kurzen Hoch rechnen, aber nach einer halben Stunde kann der Wert schon wieder unter dem Ausgangswert sein.

Glykämischer Index

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Blutzuckerantwort immer wieder auftaucht ist der Glykämische Index, kurz GI. In Abbildung 2 “Blutzucker und GI” sehen Sie, wie nach dem Gemüseverzehr (niedriger GI), der Blutzucker erst ansteigt und sich der folgende Insulinbuckel nahe an die Blutuckerkurve anlehnt. Beim Verzehr eines Lebensmittels mit hohem GI schlägt der Buckel zu hoch aus und so katapultiert das Inulin den Blutzucker in die Heißhungerphase.

Bedenken Sie aber, dass der GI sich auf eine gewisse Menge eines Lebensmittels bezieht -  Sie werden selten in Mahlzeiten nur ein einziges Lebensmittel essen und daher gilt der GI nur als Richtwert für die eigene sinnvolle Ernährung.

Abbildungen: 

Abbildung 1: “Blutzucker und Ballaststoffe”

Blutzucker und Ballaststoffe

(die Blutzuckerantwort, einmal nach einer ballaststoffarmen und einmal nach einer ballaststoffreichen Mahlzeit komplexe Kohlenhydrate;
Grafik nach K. Geiss, M.  Hamm: “Handbuch der Sportlerernährung”, Hamburg 2001, 5. Auflage, S.91)

Abbildung 2: “Blutzucker und GI”

Blutzucker und GI

(die Blutzucker- und Insulinantworten auf eine Mahlzeit einmal mit hohem Glykämischen Index  und einmal mit niedrigem Glykämischen Index. Im Hintergrund sind die Blutzuckerbereiche aufgeführt, in denen der Mensch satt, hungrig oder heißhungrig ist;
Grafik erstellt auf der Grundlage von D. Pape et al.: “gesund – vital – schlank”, Köln 2001, S. 34)

Weiterführende Links:
* Wikipedia-Eintrag zum Glykämischen Index

Aufbau- und Abbaustoffwechsel

Dieser Beitrag ist Teil der Serie Sporternährung.

Nachdem wir wissen, welche Nährstoffe in einem Müsliriegel stecken, was passiert, wenn wir den Riegel essen und verdauen, beschäftigen wir uns nun damit, was der Körper mit den gewonnenen Substanzen macht: die Auf- und Abbauphase des Stoffwechsels.

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Grundlagen

Zuerst müssen Sie wissen, dass unser Körper zwei Zustände kennt: den Aufbau- und den Abbaustoffwechsel. Im Abbaustoffwechsel verlieren wir Substanz aus unseren Speichern, beispielsweise bei einer längeren Hungerphase oder einer anstrengenden Trainingsbelastung. Im Aufbaustoffwechsel, beispielsweise nach einer Mahlzeit, füllen wir diese Speicher. Die Schaltzentrale ist hier die Leber.

Speicherorte 

Als Speicher haben wir einmal die Leber selbst, unsere Muskeln und unser Körperfett. Wir haben drei Speicherformen im Körper, einmal das Glykogen, das Körperfett und das Muskeleiweiß.
Glykogen hat eine ähnliche Struktur wie die Nahrungskohlenhydrate, wir bezeichnen sie mal als Körperkohlenhydrate.  Diese Körperkohlenhydrate finden wir in der Leber und auch im Muskel, im Muskel findet sich auch das Eiweiß. Körperfett speichern wir in unseren Organen und eben überall wo Platz ist. Wenn der Platz nicht reicht, wird welcher geschaffen, und so schließen Sie die Gürtelschnalle irgendwann ein Loch weiter.

Klar, jetzt meinen Viele: Eiweiß aus der Nahrung landet im Muskel, Fett aus der Nahrung im Körperfett und die Kohlenhydrate in den Glykogenspeichern – Achtung, dieser Schluss ist falsch und führt zu allerlei Missverständnissen! Gehen wir der Sache auf den Grund!

Baubehörde Leber 

Die Nährstoffe werden erst gegessen, dann aufgespalten und so landen die Nahrungsbestandteile im Blut und werden zur Leber geschafft. Die Leber verarbeitet diese Nahrungsnährstoffe und macht daraus Körperstoffe. Die Leber kann allerdings fast aus jedem Nahrungsnährstoff jeden Köperstoff machen – wann aber macht die Leber Körperkohlenhydrate, Körperfett oder Muskeleiweiß?

Entweder befindet sich die Leber im Abbaustoffwechsel und organisiert Energie aus den Körperspeichern, oder sie befindet sich im Aufbaustoffwechsel und füllt die angeschlagenen Speicher.

Aufbaustoffwechsel

Die genau Art und Weise, wie der Umbau der Nährstoffe abläuft, ist hier nicht wichtig und füllt viele Fachbuchseiten. Wichtig ist mir, dass Sie die Folgen ihrer Ernährung einschätzen können und ich hoffe die Experten drücken bei der ein oder anderen Formulierung ein Auge zu.
Im Blut schwimmen also ausreichend Nährstoffe und werden zur Leber geschafft. Die Leber fragt die Muskeln, ob sie Eiweiß brauchen und schickt das benötigte Eiweiß in den Muskel. Besonders nach einer gewissen Trainingsbelastung fordern die Muskeln neues Eiweiß um bauen dies ein. Fordern die Muskeln ebenfalls gleich noch etwas Körperkohlenhydrate, schickt die Leber diese gleich mit. Die Muskulatur ist somit zufrieden und widmet sich nun hoffentlich der Erholung und Anpassung (siehe “Superkompensation“). Dann füllt die Leber ihre eigenen Glykogenspeicher. Dann sind wir auch schon fertig. Alles was jetzt noch über ist, wird in Fett umgebaut und landet in den Körperfettspeichern.

Abbaustoffwechsel

Im Abbaumodus braucht der Körper Energie, vielleicht läuft gerade ein Training, eine anstrengende Arbeit oder man hat lange nichts gegessen. Die Leber leert zuerst ihre eigenen Speicher und die Glykogenspeicher der aktiven Muskelgruppen. Irgendwann werden die Glykogenspeicher etwas geschont und die Leber klingelt beim Körperfett an. Geht die Belastung immer weiter, wird vermehrt das Körperfett mobilisiert. Bei einer normalen Ernährung und einem normalen Training greift der Körper gar nicht oder nur wenig auf das Muskeleiweiß zur Energiegewinnung zurück, lediglich bei Nulldiäten oder Ähnlichem wird das Muskeleiweiß vermehrt verstoffwechselt.

Es gibt schon einige Richtlinien, wann der Körper auf welche Speicherform zugreift, bei welcher Diät mit welchem Muskelverlust zu rechnen ist, aber das ist von sehr vielen Faktoren abhängig und so entschied ich mich, hier keine Zahlen anzugeben.

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